Fragt man Jugendliche in Österreich, was aus ihrer Sicht die wichtigsten Bereiche sind, um die sich die Europäische Union kümmern soll, so stehen aktuell Klima- und Umweltschutzthemen an erster Stelle –  noch vor Migrations- und Verteilungsfragen. Dies zeigen Ergebnisse aus der jährlichen ÖGfE-Jugendumfrage, bei der im Zeitraum September 2018 bis Ende Jänner 2019 insgesamt 1809 SchülerInnen befragt wurden.

Für 69 Prozent der befragten Jugendlichen ist (bei vorgegebenen Antwortkategorien) „Klima- und Umweltschutz“ die Top-Priorität, um die sich die EU kümmern soll. Je jünger die Befragten sind, desto stärker wünschen sie sich ein Engagement der Union in diesem Bereich: So geben dies 78 Prozent der 15-Jährigen an, jedoch nur 68 Prozent in der Altersgruppe 16 bis 18 Jahre und 64 Prozent der Jugendlichen ab 19 Jahre. Für Mädchen ist dieses Thema etwas wichtiger als für Buben (72 zu 66 Prozent). Für Jugendliche an AHS ist es zu 80 Prozent Thema, für jene an BHS zu 73 Prozent, für BerufsschülerInnen zu 61 Prozent.

Am zweithäufigsten – mit 64 Prozent – nennen die Jugendlichen „die Zuwanderung von Flüchtlingen in die EU“. Weibliche Jugendliche nennen diesen Punkt zu 67 Prozent und damit etwas häufiger als männliche Jugendliche (61 Prozent). Zwei Drittel der Befragten unter 19 Jahre ist dieses Thema wichtig, bei den ältesten ab 19 sind es 57 Prozent. Jugendliche an AHS nennen diesen Punkt zu 71 Prozent, in anderen Schultypen sind es rund sechs von zehn Befragten.

An dritter Stelle (63 Prozent) folgt die „Verringerung der Kluft zwischen arm und reich“. Dieser Punkt wird von Mädchen häufiger genannt als von Buben (67 zu 59 Prozent). Jugendliche an AHS führen dies als EU-Priorität zu 67 Prozent an, an BHS sind es 54 Prozent, an Berufsschulen 62 Prozent.

Die „Schaffung von Arbeitsplätzen“ folgt – mit 56 Prozent – auf Rang vier. Auch hier äußern sich weibliche Befragte etwas häufig zustimmend als männliche (59 zu 52 Prozent). Wiederum sind es Befragte an AHS, die sich in dieser Frage etwas häufiger zu dieser Priorität bekennen (62 Prozent) als Jugendliche anderer Schultypen (rund 50 Prozent).

54 Prozent wünschen sich, dass sich die EU besonders um die „Menschenrechte einsetzen“ soll. Dieser Wunsch ist bei den jüngsten Befragten im Alter von 15 Jahren (59 Prozent) etwas höher als bei den 16 bis 18-Jährigen (53 Prozent) und bei Jugendlichen ab 19 (52 Prozent). An AHS wird dieser Punkt von 63 Prozent genannt, an BHS von 48 Prozent und an Berufsschulen von 50 Prozent.

In fast ebenso hohem Ausmaß (50 Prozent) nennen die befragten Jugendlichen die „Bekämpfung des internationalen Terrorismus“ als ein Thema, um das sich die EU besonders kümmern soll. Auch hier ist es wieder die Gruppe der 15-Jährigen, die sich dies vor allem wünschen (61 Prozent), während Jugendliche im Alter von 16 bis 18 dies zu 48 Prozent und jene im Alter 19+ dies zu 44 Prozent angeben. Für BerufsschülerInnen ist dieses Thema (mit 45 Prozent) von geringerer Priorität als für SchülerInnen an AHS und BHS (je 56 Prozent).

Abgeschlagen rangieren zwei weitere Themenfelder:

Die „Verstärkung europäischer Jugendprogramme“ wird nur von 25 Prozent der Befragten angeführt, der „Ausbau der Digitalisierung“ von 24 Prozent.

Hintergrund:

Die Ergebnisse der Umfrage sind der jährlichen ÖGfE-Jugendumfrage entnommen, die noch bis Mai im Rahmen der Wanderausstellung sowie Berufsschultour „EUROPA#wasistjetzt“ österreichweit durchgeführt wird. 1809 Jugendliche an 36 Schulen wurden im Zeitraum September 2018 bis inkl. Jänner 2019 schriftlich befragt.

Angaben zum Umfragesample: 19 Prozent der Befragten waren 15 Jahre, 59 Prozent 16 bis 18 Jahre und 22 Prozent 19 Jahre und älter. 52 Prozent Schüler, 48 Prozent Schülerinnen; Einbezogene Schultypen: 57 Prozent Berufs-, Fachschule, 34 Prozent AHS, 9 Prozent BHS. Bundesländerverteilung in Prozent: BGLD: 9, KTN: 13, NÖ: 30, OÖ: 13, SBG: 6, STMK: 13, TIR: 2, WIEN: 14, VBG: derzeit 0

Auswertung der Umfrage: Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft. Fehlende Werte auf 100 Prozent = “Keine Angabe”.