ÖGfE-Jugendumfrage zum Schulschluss: Jugendliche in Österreich für mehr gemeinsame Entscheidungen auf EU-Ebene

Österreichs Jugendliche sind mehrheitlich dafür, dass die europäische Zusammenarbeit verstärkt wird. Dass Beschlüsse in Zukunft wieder vermehrt auf Ebene der einzelnen Nationalstaaten fallen sollten, findet vergleichsweise geringe Zustimmung. Generell wird die Mitgliedschaft unseres Landes in der EU als gute Sache bewertet. Dies zeigen Ergebnisse aus der jährlichen ÖGfE-Jugendumfrage, die von September 2018 bis Mai 2019 unter 3704 Jugendlichen an AHS, BHS und Berufsschulen durchgeführt wurde.

Mehr als drei von vier befragten Jugendlichen (78 Prozent) sind der Ansicht, dass die Mitgliedschaft unseres Landes in der Europäischen Union eine „gute Sache“ ist. Nur für 4 Prozent stellt sie explizit eine „schlechte Sache“ dar. 18 Prozent zeigen sich unentschlossen und nehmen eine neutrale Position ein („weder gut noch schlecht“).

Insgesamt 89 Prozent der befragten Jugendlichen (Basis waren hier Befragte mit einer EU-Staatsbürgerschaft) fühlen sich selbst als EU-Bürger oder EU-Bürgerin. Für 43 Prozent trifft dies „auf jeden Fall“ zu, für 46 Prozent „eher schon“. Etwas mehr als ein Zehntel identifiziert sich hingegen nicht damit und sieht sich „eher nicht“ (9 Prozent) oder „überhaupt nicht“ (2 Prozent) als EU-BürgerIn.

Knapp drei Viertel der befragten Jugendlichen (72 Prozent) treten dafür ein, dass in Zukunft Entscheidungen mehr gemeinsam auf europäischer Ebene getroffen werden sollten. Etwas mehr als ein Viertel (28 Prozent) plädiert für ein Mehr an nationalstaatlichen Beschlüssen.

Was die Zukunft der Europäischen Union generell betrifft, so sehen diese sieben von zehn befragten Jugendlichen mit Zuversicht. Auf drei von zehn Befragte trifft dies jedoch nicht zu.

Jugendliche sind deutlich stärker am heimischen politischen Geschehen interessiert, als an jenem auf EU-Ebene. Insgesamt 74 Prozent gaben an, Interesse am Politikgeschehen in Österreich zu haben (27 Prozent „sehr“ | 47 Prozent „eher schon“), 26 Prozent verneinten dies (19 Prozent „eher kein“ | 7 Prozent „gar kein Interesse“).

Europapolitische Entwicklungen werden mit weitaus weniger Aufmerksamkeit verfolgt. Etwas mehr als jede/r Zweite (56 Prozent) interessiert sich dafür – davon 13 Prozent „sehr“ und 43 Prozent „eher schon“. Insgesamt 44 Prozent sind am politischen Geschehen auf europäischer Ebene hingegen „eher nicht“ (34 Prozent) oder „gar nicht“ (10 Prozent) interessiert.

Hintergrund:
Die Umfrage wurde im Rahmen der Wanderausstellung sowie Berufsschultour „EUROPA#wasistjetzt“ österreichweit durchgeführt. 3704  Jugendliche an 63 Schulen wurden im Zeitraum September 2018 bis Mitte Mai 2019 schriftlich befragt.

 Angaben zum Gesamt-Umfragesample: 16 Prozent der Befragten waren 15 Jahre, 61 Prozent 16 bis 18 Jahre und 23 Prozent 19 Jahre und älter. 46 Prozent Schüler, 54 Prozent Schülerinnen; Einbezogene Schultypen: 60 Prozent Berufs-, Fachschule, 21 Prozent AHS, 18 Prozent BHS. Bundesländerverteilung in Prozent: BGLD: 7, KTN: 6, NÖ: 25, OÖ: 9, SBG: 6, STMK: 10, TIR: 7, WIEN: 26, VBG: 4.

Auswertung der Umfrage: Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft. Fehlende Werte auf 100 Prozent = “Keine Angabe”.

2019-06-27T09:01:54+02:0027. Juni, 2019|