Jugendliche in Österreich sehen die Mitgliedschaft unseres Landes in der Europäischen Union überwiegend positiv. Das zeigt die diesjährige Jugend-Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik, die noch vor dem Corona-Lockdown durchgeführt wurde. Im Rahmen der Umfrage wurden im Zeitraum September 2019 bis Mitte März 2020 insgesamt 1678 Jugendliche ab 15 Jahre an 33 Schulen (Berufs- und Fachschulen, AHS und BHS) österreichweit befragt.

81 Prozent der befragten Jugendlichen bewerten die Mitgliedschaft unseres Landes in der Europäischen Union als „gute Sache“, 3 Prozent sehen sie dagegen als „schlechte Sache“. Ein knappes Fünftel (18 Prozent) äußert sich in dieser Frage unentschieden („weder noch“).

Mehr als acht von zehn fühlen sich selbst als EU-Bürgerin oder EU-Bürger – davon 40 Prozent „auf jeden Fall“ und 43 Prozent „eher schon“. Für insgesamt 17 Prozent gilt dies jedoch nicht: 14 Prozent empfinden sich „eher nicht“ und 3 Prozent „überhaupt nicht“ als EU-BürgerIn.

Sieben von zehn Befragten sind der Ansicht, dass in Zukunft innerhalb der EU eher mehr gemeinsam auf europäischer Ebene entschieden werden sollte. Drei von zehn plädieren für ein Mehr an nationalen Entscheidungen.

Neun von zehn Befragten halten die EU gegenwärtig für „demokratisch“, eine/r von zehn sieht sie als „undemokratisch“.  87 Prozent bewerten die Union als „sozial“, 13 Prozent als „unsozial“. 83 Prozent empfinden die Europäische Union als „sicher“, 17 Prozent als „unsicher“.  77 Prozent sehen sie als „stark“, 23 Prozent als „schwach“.  Sieben von zehn Befragten ist die Europäische Union „vertraut“, drei von zehn ist sie „fremd“. Lediglich 24 Prozent haben den Eindruck, dass die Europäische Union „einfach“ ist, 76 Prozent empfinden sie als „kompliziert“.

An erster Stelle steht der Klima- und Umweltschutz (80 Prozent): Schülerinnen ist dieser Punkt wichtiger als Schülern (86 zu 76 Prozent), jungen eher als älteren (15 Jahre: 92 Prozent / 16 bis 18 Jahre: 79 Prozent / ab 19 Jahre: 70 Prozent). Jugendliche an AHS sprechen sich zu 90 Prozent dafür aus, dass Klima- und Umweltschutz eine besondere Priorität der EU sein soll, bei SchülerInnen an BHS sind es 79 Prozent, bei jenen an Berufsschulen 70 Prozent.

69 Prozent möchten, dass sich die EU künftig verstärkt darum kümmert, die Kluft zwischen Arm und Reich zu verringern. 63 Prozent der Jugendlichen erwarten, dass die EU sich für Menschenrechte stark macht. Ebenso hoch – 63 Prozent – ist die Zahl jener, die sich wünschen, dass die EU die Zuwanderung von Flüchtlingen engagiert regelt.

57 Prozent sehen es als eine der dringlichsten Aufgaben der EU, Arbeitsplätze zu schaffen. 49 Prozent sind der Ansicht, dass sich die EU künftig stärker der Bekämpfung des internationalen Terrorismus widmen soll. 38 Prozent möchten, dass sich die EU um die Stärkung der Demokratie auf EU-Ebene kümmert. 33 Prozent wünschen sich, dass sich die EU beim Ausbau der Digitalisierung stark engagiert. Für 29 Prozent schließlich ist der Ausbau europäischer Jugendaustauschprogramme ein zentraler Bereich, dem sich die EU zuwenden soll.

Hintergrund:
Die Umfrage wurde im Rahmen der Wanderausstellung sowie Berufsschultour „EUROPA#wasistjetzt“ österreichweit durchgeführt. 1678 Jugendliche an 33 Schulen wurden im Zeitraum September 2019 bis Mitte März 2020 schriftlich befragt.

Angaben zum Gesamt-Umfragesample: 24 Prozent der Befragten waren 15 Jahre, 51 Prozent 16 bis 18 Jahre und 25 Prozent 19 Jahre und älter. 58 Prozent Schüler, 42 Prozent Schülerinnen; Einbezogene Schultypen: 51 Prozent Berufs-, Fachschule, 44 Prozent AHS, 5 Prozent BHS. Bundesländerverteilung in Prozent: BGLD: 5, KTN: 13, NÖ: 15, OÖ: 21, SBG: 20, STMK: 8, TIR: 6, WIEN: 7, VBG: 5. Auswertung der Umfrage: Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft. Fehlende Werte auf 100 Prozent = “Keine Angabe”.