Die türkis-grüne Bundesregierung hat es sich in ihrem Regierungsprogramm zum Ziel gesetzt, alle 15- bis 20-Jährigen einmal während deren Ausbildung nach Brüssel zu den EU-Institutionen reisen zu lassen. Die Umsetzung dieses Vorhabens wäre ein wichtiger Schritt auf dem Weg, die nächste Generation stärker in die Weiterentwicklung der Europäischen Union einzubinden und ihr Interesse an der europäischen Demokratie zu wecken, denn schon in der kommenden Debatte über die Zukunft der EU scheint eine ehrliche Berücksichtigung und stärkere Gewichtung ihrer Anliegen dringender denn je. Die Realisierung dieser Zielvorgabe sollte daher so bald als möglich in Angriff genommen werden.

Im Sinne des Klimaschutzes und angesichts der heuer erfolgten Wiedereröffnung einer direkten Nachtzugverbindung nach Brüssel ließen sich An- und Abreise mit dem ÖBB-Nightjet gut bewerkstelligen. Wird dieser auf eine tägliche Verbindung ausgebaut, könnten mit der derzeit geplanten Kapazität ab 2022 immerhin rund 10.000 Schüler pro Schuljahr auf der Strecke befördert werden. Technisch wäre es möglich, mit einer Vorlaufzeit von weiteren zwei Jahren, bis zu 90.000 Jugendliche pro Schuljahr mit dem Nachtzug reisen zu lassen. Dazu bedarf es jedoch einer entsprechenden Absicherung des Programms seitens des Bundes und zusätzlicher Investitionen in die Schiene.

Wie vieles hängt auch hier die Realisierung am politischen Willen. Das Projekt braucht eine mittelfristige Strategie und finanzielle Unterstützung, um die Anfangsphase zu meistern, Schulen und Lehrern einen Anreiz zur Teilnahme an einer solchen Reise zu geben und auch die Kosten für Jugendliche und deren Familien zu begrenzen.

Darüber hinaus sollte den Brüssel-Fahrten ein fundiertes pädagogisches Konzept zugrunde liegen, das die Werte einer modernen, pluralistischen europäischen Demokratie vermittelt, auf die historischen Erfolge der europäischen Einigung verweist und verdeutlicht, dass es sich dabei keinesfalls um eine Selbstverständlichkeit handelt. Besonderer Stellenwert sollte hier auch der Vor- und Nachbearbeitung der Reisen beigemessen werden.

Wie vieles hängt auch hier die Realisierung am politischen Willen. Das Projekt braucht eine mittelfristige Strategie und finanzielle Unterstützung, um die Anfangsphase zu meistern, Schulen und Lehrern einen Anreiz zur Teilnahme an einer solchen Reise zu geben und auch die Kosten für Jugendliche und deren Familien zu begrenzen.

Darüber hinaus sollte den Brüssel-Fahrten ein fundiertes pädagogisches Konzept zugrunde liegen, das die Werte einer modernen, pluralistischen europäischen Demokratie vermittelt, auf die historischen Erfolge der europäischen Einigung verweist und verdeutlicht, dass es sich dabei keinesfalls um eine Selbstverständlichkeit handelt. Besonderer Stellenwert sollte hier auch der Vor- und Nachbearbeitung der Reisen beigemessen werden.

Dieses Projekt verdient es jedenfalls, mittel- bis langfristig zu denken, denn Werte wie Demokratie, europäische Solidarität und ein Gefühl für die Vielfalt Europas müssen von Generation zu Generation weitergegeben werden, sonst drohen sie verloren zu gehen. Es hat auch die Chance, sich bei erfolgreicher Umsetzung zu einem Vorzeigeprojekt innerhalb der EU zu entwickeln, und könnte andere EU-Staaten zu ähnlichen Vorhaben motivieren.

Eine Reise in die “Hauptstadt der EU” sollte für Jugendliche die Europäische Integration jedenfalls zu einem persönlichen Erlebnis werden lassen. Ein Anliegen, das übrigens auch öffentliche Unterstützung findet, wie eine aktuelle Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik belegt.

Über die Umsetzung müsste rasch nachgedacht, die Planung jetzt konkretisiert werden. Denn die Möglichkeit, vermehrt zu reisen, wird – auch für Schulen – bald wieder zu gewohnter Normalität werden.